{"id":279,"date":"2025-04-18T19:50:48","date_gmt":"2025-04-18T17:50:48","guid":{"rendered":"http:\/\/dianaboehme.de\/?page_id=279"},"modified":"2025-04-19T09:36:38","modified_gmt":"2025-04-19T07:36:38","slug":"systemische-beziehungs-und-sexualberatung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dianaboehme.de\/index.php\/systemische-beziehungs-und-sexualberatung\/","title":{"rendered":"Systemische Beziehungs- und Sexualberatung"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Autor*innen: Diana B\u00f6hme, Mar*kus Chmielorz und Leonie Henning <br>erschienen in VPP aktuell Heft 67 S. 10-17<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Systemische Beratung bezieht die soziale Vernetztheit des Menschen ein. In der beraterischen Praxis wird dabei oft die Herkunftsfamilie betrachtet. Wir gehen in unserer Betrachtungsweise dar\u00fcber hinaus und beziehen die Gesellschaft als Sozialisations- und Lebensraum mit ein.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die systemische Beziehungs- und Sexualberatung sind dabei insbesondere gesellschaftliche Erz\u00e4hlungen von Geschlechterrollen und von Sexualit\u00e4t relevant. Die Gesellschaft, in der wir leben, ist von vielen Ansichten gepr\u00e4gt, was als \u201enormal\u201c, \u201egesund\u201c und \u201enat\u00fcrlich\u201c gilt.<br>Rigidit\u00e4t, Ordnungs- und Machtstreben f\u00fchren dazu, dass aus diesen Normalit\u00e4tsansichten Normen, also soziale Regeln, definiert und durch ihre Umsetzung immer wieder reproduziert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir leben in einer heteronormativen Gesellschaft. Heteronormativ bedeutet, dass es nur die zwei Geschlechter (M\u00e4nner und Frauen) geben soll und nichts dazwischen oder jenseits davon. M\u00e4nner sollen demnach m\u00e4nnlich sein und Frauen weiblich. Was als m\u00e4nnlich bzw. als weiblich gilt, geben die gesellschaftlichen Konventionen vor, die in patriarchalen Gesellschaften M\u00e4nnern mehr Macht und Privilegien einr\u00e4umen und den Frauen mehr unbezahlte Care-Arbeit als ihre \u201enat\u00fcrliche Rolle\u201c zuschreiben. In der Heteronormativit\u00e4t (Warner, 1991, S. 3\u201317; Butler, 1991) sollen Menschen sich mit dem einen von zwei (sic!) Geschlechtern identifizieren, das ihnen aufgrund ihres als eindeutig gedachten K\u00f6rpers zugeschrieben wird. Nach der Heteronormativit\u00e4t sollen weiterhin Menschen des einen (sic!) Geschlechtes Menschen des anderen (hetero) Geschlechtes begehren. Bekannterma\u00dfen entspricht das nicht der sozialen Wirklichkeit, sondern ist ein soziales Konstrukt.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die systemische Paar- und Sexualberatung ist eine konstruktivistische Haltung die Grundlage, denn ihr geht es um \u201eUnterschiede, die einen Unterschied machen\u201c. Soziale Konstruktionen entstehen durch Beobachten. Beobachtende unterscheiden und bezeichnen (Simon, 2018). In diesem Artikel geht es um die Unterscheidungen im Hinblick auf die Dimensionen K\u00f6rper, Geschlechtsidentit\u00e4t, Geschlechtsrolle, Geschlechtsausdruck und sexuelle\/romantische Anziehung. In allen f\u00fcnf Dimensionen sind die Unterscheidungen jedoch nicht gleichwertig, sondern ziehen ein Gef\u00e4lle in Hinblick auf Macht und Diskriminierungserfahrungen nach sich (H\u00fcbscher, 2022).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Einf\u00fchrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn sich Menschen stimmig in ihrem k\u00f6rperlichen Geschlecht erfahren, dass sie von Geburt an haben, spricht man von \u201ecis\u201c \u2013 in Abgrenzung zu \u201etrans\u201c, was ausdr\u00fcckt, dass die Geschlechtsidentit\u00e4t einer Person nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht. Menschen, die mit ihrer geschlechtlichen Identit\u00e4t, ihrer sexuellen oder amour\u00f6sen Orientierung nicht den gewohnten Vorannahmen cis und hetero entsprechen, werden als Minderheiten marginalisiert. Dabei erscheinen Minderheiten, die sich aufgrund von Diskriminierung verstecken und zumindest eingeschr\u00e4nkt die M\u00f6glichkeit haben, sich zu verstecken \/ sich nicht zu outen in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung wesentlich kleiner, als sie tats\u00e4chlich sind \u2013 anders als z. B. Minderheiten in der Hautfarbe oder aufgrund einer sichtbaren Behinderung. Sichtbarkeit\/Geoutet sein erh\u00f6ht die Vulnerabilit\u00e4t der einzelnen Person gegen\u00fcber Diskriminierung und in dieser Hinsicht \u2013 je nach allt\u00e4glichem Umfeld \u2013 m\u00f6gliche Anfeindungen und Angriffe.<br>Solche Erfahrungen bringen es mit sich, dass Betroffene im \u00f6ffentlichen Raum auf der Hut sind, was psychisch belastend ist. Denn: Einer sexuellen oder geschlechtlichen Minderheit anzugeh\u00f6ren induziert einen besonderen Minderheitenstress (Meyer, 2003, S. 129, 674\u2013697). Diskriminierungen und Gewalterfahrungen aufgrund der sexuellen, geschlechtlichen oder k\u00f6rperlichen Identit\u00e4t erzeugen eine besondere Ablehnungssensitivit\u00e4t, in deren Folge die eigene Identit\u00e4t (auch im beraterischen Kontext) verborgen werden und negative Einstellungen internalisiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Geoutet sein im sicheren Rahmen erm\u00f6glicht andererseits ein authentischeres Leben und in dieser Hinsicht bessere Voraussetzungen f\u00fcr psychische Gesundheit. Auf gesellschaftlicher Ebene erh\u00f6ht das \u00f6ffentlich Geoutet sein die Sichtbarkeit von Queer-Personen und damit die \u00f6ffentlich wahrgenommene Gr\u00f6\u00dfe und politische Wichtigkeit einer Gruppe.<\/p>\n\n\n\n<p>Sexuelle und geschlechtliche Minderheiten, LSBTIQA* Personen, die Erfahrungen von Marginalisierung, Diskriminierung und Gewalt machen, brauchen diese sicheren Orte auch im Beratungssetting. Die Autor*innen dieses Artikels vertreten dabei eine fachlich begr\u00fcndete systemische Haltung, die systemische Beratung und Therapie zusammendenkt mit einem diskriminierungssensiblen und entpathologisierenden Beratungs- und Therapieansatz und verstehen systemisches Arbeiten relativ (Denken und Handeln in Beziehungen), konstruktiv (Wirklichkeit entsteht durch Beobachten und Bezeichnen) und narrativ (Lebensgeschichten bestimmen die Identit\u00e4t).<\/p>\n\n\n\n<p>Die Quellen der systemischen Familientherapie lassen sich bis in die 1950er-Jahre zur\u00fcckverfolgen. Allen Quellen gemeinsam ist, in Beziehungen wahrzunehmen, zu denken und zu handeln. Es geht darum, auf welche Weise funktionale oder dysfunktionale Kommunikation \u201erelativ\u201c zwischen Menschen, den Elementen eines sozialen Systems entsteht und aufrechterhalten wird. Es geht um die Wechselwirkungen und \u201eKopplungen\u201c (Simon, 2018) zwischen Organismus, Psyche und sozialen Systemen. \u201eKonstruktiv\u201c meint dabei die soziale Konstruktion von Wirklichkeit. Die beteiligten Personen in einem sozialen System nehmen ihre Umwelt wahr, sie beobachten sie, unterscheiden und bezeichnen, schreiben Sachverhalten Eigenschaften zu. Durch Kommunikation und Interaktion im sozialen System entstehen Sinnzusammenh\u00e4nge, die wiederum das soziale System weiterentwickeln (Autopoiesis). Auf der Grundlage von und in diesen Sinnzusammenh\u00e4ngen konstruieren Menschen ihre Identit\u00e4ten und erz\u00e4hlen rekursiv ihre Lebensgeschichten (\u201enarrativ\u201c). Im Kontext der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft dominiert ein Narrativ von Geschlecht, Liebe und Sexualit\u00e4t, das wir heteronormativ nennen: gesellschaftliche Wertvorstellungen und Verhaltenserwartungen, die auf Zweigeschlechtlichkeit (bin\u00e4r, eindeutig m\u00e4nnlich oder weiblich, bezogen auf K\u00f6rper und Geschlechtsrolle) und auf dem Zwang zu heterosexuellen Beziehungen beruhen. Diese werden privilegiert. Sexuelle und geschlechtliche Minderheiten, LSBTIQA*-Personen erfahren in einem heteronormativen Kontext Deprivilegierung und Diskriminierungen bis hin zu Pathologisierung, Kriminalisierung und Gewalt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass systemische Paar- und Sexualberatung macht- und diskriminierungskritisch Heteronormativit\u00e4t reflektiert, ist auch eine Folge der Emanzipationsbewegung von LSBTIQA*-Personen seit den 1970er-Jahren und der Graswurzelarbeit von queeren systemischen Fachmenschen. Systemisches Denken und Handeln nutzt das kritische Potenzial der Beobachtung 2. Ordnung, um tote Winkel auszuleuchten und dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren, welche Unterscheidungen Beobachtungen zugrunde<br>liegen und was im Prozess des Beobachtens (gesellschaftlich) ausgeblendet wird und bleibt. Wir k\u00f6nnten also sagen, \u201ewer nicht queersensibel arbeitet, arbeitet auch nicht systemisch\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Grundlagen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Benachteiligungen betreffen \u2013 in unterschiedlichem Ma\u00dfe \u2013 alle sich nicht als heterosexuell empfindende und alle sich nicht als cis-geschlechtlich erlebende Menschen sowie Menschen, die nicht-monogam leben. Zu den nicht-heterosexuellen Menschen geh\u00f6ren Homosexuelle (das gleiche Geschlecht begehrend, Lesben, Schwule), Bisexuelle (zwei Geschlechter begehrend), Pansexuelle (das Geschlecht spielt keine Rolle im eigenen Begehren) und Asexuelle (kein partnerbezogenes sexuelles Begehren). Zu den sich nicht als cis-geschlechtlich erlebenden Menschen geh\u00f6ren Menschen, die sich nicht oder nicht vollst\u00e4ndig dem Geschlecht zugeh\u00f6rig f\u00fchlen, das ihnen bei ihrer Geburt zugewiesen wurde. Die Personen bezeichnen sich als Transidente, Transsexuelle (veraltet), Transgender, Transfrau (Mann-zu-Frau-Trans*-Person), Transmann (Frau- zu-Mann-Trans<em>*<\/em>-Person). Einige trans* Personen streben die rechtliche und\/oder k\u00f6rperliche Transition zu einem anderen Geschlecht an. Manche m\u00f6chten keine oder keine den ganzen K\u00f6rper betreffende operative Angleichung. Welche hormonellen oder operativen Verfahren als stimmig erlebt werden, entscheidet jede trans* Person selbst. Der Zwang zum Passing (korrekt dem beabsichtigten Geschlecht zugeordnet werden; w\u00f6rtlich: als Mann oder als Frau durchgehen) wird in den letzten Jahren von einzelnen trans* Personen durchbrochen, die sich nicht f\u00fcr die volle Palette der k\u00f6rperlichen Transition entscheiden. Auf der anderen Seite gibt es viele trans* Personen, denen nicht die M\u00f6glichkeit einer operativen und hormonellen Angleichung zur Verf\u00fcgung steht, die daher unter ihrem Nicht-Passing leiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Intergeschlechtlichkeit bezeichnet angeborene k\u00f6rperliche Merkmale, die genetisch, hormonell oder anatomisch nicht in die bin\u00e4re gesellschaftliche Norm von m\u00e4nnlich und weiblich passen (Sabisch, 2019)<\/p>\n\n\n\n<p>Der im Zuge der Lesben- und Schwulenbewegung resignifizierte (sich wiederangeeignete) Begriff \u201equeer\u201c, vereint heute alle genannten nicht-heteronormativen Identit\u00e4ten und schlie\u00dft auch Kink und Polyamorie ein. LSBTIQA* ist ein K\u00fcrzel, das lesbisch, schwul, bi, trans*, inter und queer\/questioning, asexuell beinhaltet. Questioning bedeutet dabei, dass man sich nicht festgelegt hat oder etwas infrage stellt. <\/p>\n\n\n\n<p>Neben der biologischen Geschlechtlichkeit sind Geschlechtsidentit\u00e4t, sexuelle und romantische Orientierung, geschlechtliche Selbstdarstellung voneinander unabh\u00e4ngig ausgepr\u00e4gte Dimensionen von Geschlecht. Sie k\u00f6nnen sich im Lebensverlauf wandeln, sind jedoch nicht gezielt beeinflussbar (Clarke, Ellis, Peel &amp; Riggs, 2010; Wolf, 2012).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lebensbedingungen von LGBTIQA*-Personen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Widerstand in der heterosexuellen Matrix:<\/strong> Der dynamische soziokulturelle Entwicklungsprozess des Sichtbarwerdens vielf\u00e4ltiger Geschlechtlichkeiten und sexueller Orientierungen kann als Bereicherung oder als Bedrohung des dominanten gesellschaftlichen Narrativs und der eigenen Privilegien wahrgenommen werden. Queere Personen werden gesellschaftlich marginalisiert. Ihre Identit\u00e4ten, ihr Selbstverst\u00e4ndnis und ihre Lebensweise werden nicht gesehen, nicht respektiert und nicht<br>selbstverst\u00e4ndlich mitgedacht. Sie haben daher einen erh\u00f6hten Aufwand, ihre Lebensweise zu entwickeln und zu kommunizieren (Wolf &amp; Meyer, 2017).<br>Seitdem der \u00f6sterreich-ungarische Schriftsteller Karl Maria Kertbeny 1868 zum ersten Mal \u00fcberhaupt die Begriffe \u201ehomosexual\u201c und \u201eheterosexual\u201c benannt hat, bewegen sich sexuelle, geschlechtliche und k\u00f6rperliche Minderheiten im Spannungsfeld zwischen Selbst-Identifikation und Fremd-Identifizierung. Sie brauchen eine Sprache und Begriffe f\u00fcr ihre jeweilige Lebenswirklichkeit, um gesellschaftliche Teilhabe erk\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen, zugleich werden sie in ihren Identit\u00e4ten auf den Begriff gebracht, was seit dem 19. Jahrhundert Kriminalisierungen (Verfolgung schwuler M\u00e4nner nach dem Strafrechtsparagrafen 175) und Pathologisierungen (Diagnosen wie \u201eHomosexualit\u00e4t\u201c, \u201eTranssexualismus\u201c oder \u201eSt\u00f6rungen der Geschlechtsentwicklung\u201c), Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen zur Folge hat (M\u00fcller, 2014, S. 19\u201334).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Delikte gegen Queers:<\/strong> Die Anzahl der polizeilich erfassten Delikte gegen die sexuelle Orientierung in Deutschland steigt seit 2018 und lag 2023 bei 1.499 Delikten (Statista Research Department, 2024). Homo-, Bi- und Trans<em>feind- lichkeit k\u00f6nnen in verbale, k\u00f6rperliche und sexuelle Gewalt gegen LSBTIQA<\/em>-Menschen m\u00fcnden. Trans* und gender-nonkonforme Personen sind besonders h\u00e4ufig von Gewalt betroffen. Bereits die Angst vor Diskriminierung und Gewalt ist h\u00e4ufig belastend und mit Verhaltenskonsequenzen verbunden, dass man sich z. B. keine Unterst\u00fctzung sucht, weil man glaubt, dann abgelehnt oder ausgesto\u00dfen zu werden oder weil man auf das Arbeitsverh\u00e4ltnis angewiesen ist (Wolf &amp; Meyer, 2017, S. 132).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Psychische Erkrankungen und Suizidalit\u00e4t in Folge von<br>Diskriminierungserfahrungen: <\/strong>Lesbische, schwule und trans*Personen zeigen in unterschiedlichen Studien deutlich h\u00e4ufiger Angstst\u00f6rungen, Depressionen, Alkohol- und Drogenabh\u00e4ngigkeit und sind durch eine deutlich h\u00f6here Suizidalit\u00e4t belastet. Jugendliche transidente Personen stellen aufgrund von Mobbingerfahrungen den h\u00f6chsten Anteil an Suizidversuchen im Vergleich mit anderen Bev\u00f6lkerungsgruppen. Ihre Suizidalit\u00e4t ist mindestens vierfach erh\u00f6ht. Verbale und k\u00f6rperliche Gewalt in Schulen und Herkunftsfamilien stehen damit um Zusammenhang (Maguen &amp; Shipherz, 2010, S. 34\u201343).<\/p>\n\n\n\n<p>Inter* Personen benennen wiederholte medizinisch nicht notwendige und lediglich normierende operative Eingriffe oft in der fr\u00fchen Kindheit und Jugend, die ohne ihre Einwilligung erfolgt sind, als zentrales Gesundheitsthema. Laut einer Hamburger Studie zeigten 62 Prozent der Studienteilnehmenden klinisch relevanten Leidensdruck, 47 Prozent berichten von Suizidgedanken und 13,5 Prozent von zur\u00fcckliegenden Selbstverletzungen (Robert Koch Institut, 2020).<br>Menschenrechtsorganisationen von inter* Personen setzen sich f\u00fcr ein l\u00fcckenloses Verbot solcher Operationen an nicht einwilligungsf\u00e4higen Personen und eine weitergehende Entpathologisierung von inter*K\u00f6rpern ein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Benachteiligung und geringe Privilegien und Ressourcen:<\/strong><br>LSBTIQA* sind von Benachteiligungen betroffen und besitzen weniger Privilegien im Vergleich zur Mehrheitsgesellschaft.<br>Ein Viertel aller trans* Jugendlichen wird nach ihrem Coming Out von Ihren Eltern\/Erziehungspersonen auf die Stra\u00dfe gesetzt. Das erschwert ihren Start ins Erwachsenenleben. Trans*Menschen, die als solche erkennbar sind, haben aufgrund von Diskriminierung gro\u00dfe Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz oder eine Wohnung zu finden (LADS Berlin, 2024).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehrfachdiskriminierung:<\/strong> Es kommt vor, dass Menschen in queeren &#8211; eigentlich als sicher gedachten &#8211; R\u00e4umen andere Menschen mit einzelnen Merkmalen, die sie selbst nicht aufweisen, wie h\u00f6heres Lebensalter, trans* Geschlechtlichkeit, marginalisierter ethnischer Hintergrund, Behinderung, Bisexualit\u00e4t, Homosexualit\u00e4t, Religion etc. diskriminieren, sodass von dieser Diskriminierung Betroffene keine sicheren R\u00e4ume mehr f\u00fcr sich finden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>LSBTIQA<em>-Personen in der Psychotherapie<\/em><\/strong><em> <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>LSBTIQA<\/em>-Personen werden in der Psychotherapie oft nicht mit ihren spezifischen Bedarfen wahrgenommen. Trans* Personen werden oft abgewertet und nicht fachgerecht behandelt. Bei trans* Personen wird fachlich international inzwischen davon ausgegangen, dass Geschlechtsidentit\u00e4t an sich keine psychische Erkrankung darstellt (World Medical Association, 2025). Dies spiegeln auch die Weiterentwicklung des ICD in seiner 11. Version und die f\u00fcr den medizinischen\/psychotherapeutischen Bereich wichtige sogenannte \u201eS3-Leitlinie Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und TransGesundheit: Diagnostik, Beratung, Behandlung\u201c wider.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sensibilit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unbeabsichtigte (subtile) emotionale Reaktionen:<\/strong> Wenn Therapeut*innen erschrecken oder \u00fcberfordert sind, wenn ihre Klient*innen von ihren nicht-normativen Liebesgef\u00fchlen oder Identit\u00e4tserleben erz\u00e4hlen, kann es passieren, dass sie sich in ihrer K\u00f6rperhaltung oder ihrer Mimik versteifen, selbst vom Thema ablenken, ihr Gespr\u00e4chsfluss stockt. Bei den Klient*in- nen kann dann ankommen, dass der Raum bzw. der*die Therapeut*in nicht geeignet ist, um \u00fcber diese Themen zu sprechen oder sie stellen infrage, dass sie ein Recht haben, \u00fcber diese Themen zu sprechen. Eine anerkennende, wertsch\u00e4tzende, respektvolle, vertrauensvolle und tragf\u00e4hige Beziehung in der Beratung\/Therapie ist aber eine Voraussetzung f\u00fcr ihr Gelingen. <\/p>\n\n\n\n<p>Aus der Position einer\/s heterosexuellen cis-geschlechtlichen Therapeut*in ist es schwer, eigenes Diskriminierungshandeln zu erkennen oder den Bedarf einer LSBTIQA*-Person (im Folgenden auch Queers genannt) an Hilfestellung vorauszusehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unpassende Frageb\u00f6gen:<\/strong> Nicht-heterosexuelle und nicht-bin\u00e4r-geschlechtliche Personen finden sich in nicht-gegenderten Frageb\u00f6gen nicht wieder. Z. B. wenn nur zwei Geschlechter als Antwortm\u00f6glichkeiten vorgegeben sind. Oder wenn z. B. gefragt wird nach \u201eSch\u00fcchternheit und Unbeholfenheit mit dem anderen Geschlecht\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>H\u00e4ufige Anliegen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>PTBS:<\/strong> Aufgrund der h\u00e4ufigeren Diskriminierungserfahrungen haben Queers tendenziell mehr schlechte Erfahrungen bezogen auf ihre geschlechtliche und sexuelle Identit\u00e4t, aber auch insgesamt im Leben gemacht. In der Paar-\/Beziehungstherapie spielen dadurch unserer Erfahrung nach h\u00e4ufiger posttraumatische Belastungsst\u00f6rungen eine Rolle als bei heterosexuellen cisgeschlechtlichen Klienten und Klientinnen<em>. <\/em>Studien zur Gesundheit von LSBTIQA*-Personen zeigen das um eineinhalbfach erh\u00f6hte Vorkommen von Depressionen und Angstst\u00f6rungen bei Lesben, Schwulen und Bisexuellen im Vergleich zu Heterosexuellen (Dennert, 2006, S. 559\u2013576).<br>Um die aus Marginalisierungs- und Diskriminierungserfahrungen resultierenden Gef\u00fchle zu bew\u00e4ltigen, entwickeln LSBTIQA*-Personen h\u00e4ufiger dysfunktionale k\u00f6rpernahe Selbstregulationsmethoden (Institute of Medicine, 2011, S. 101\u2013112; Wolf &amp; Dew, 2012, S. 237\u2013256). <\/p>\n\n\n\n<p>Das Minderheiten-Stress-Modell beschreibt die Wechselwirkungen zwischen \u00e4u\u00dferen Belastungen (z. B. Gewalt), den daraus resultierenden Verhaltensweisen zum Schutz vor weiteren Angriffen (z. B. Vermeidung von Orten) und der innerpsychischen Bew\u00e4ltigungsmuster. Die Bedrohung von und im Au\u00dfen macht ein Stigma- und Identit\u00e4ten-Management notwendig, das zu Geheimhaltungsstress f\u00fchrt. Der Konflikt zwischen Schutz und Ausdruck der Pers\u00f6nlichkeit f\u00fchrt zu inneren Spannungen.<br>Das Verschweigen hat unauthentisches Auftreten, Einsamkeit und Stress zur Folge. Fr\u00fche Erfahrungen von Gewalt und Ausgrenzung in nahen Beziehungen und in permanenten und gesellschaftlich legitimierten Praxen k\u00f6nnen das Selbstbild sch\u00e4digen und zu Selbstentwertungsprozessen f\u00fchren (internalisierte Homophobie\/Trans*phobie), diese wiederum k\u00f6nnen das Gesundheitsverhalten negativ beeinflussen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sich selbst erfinden:<\/strong> Durch die verst\u00e4rkte Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechtsidentit\u00e4t haben Queers tendenziell ein h\u00f6heres Reflexions- und Kommunikationsniveau als cis- geschlechtliche heterosexuelle Menschen. Durch die Gleich-geschlechtlichkeit in der Beziehung sind keine klassischen Rollenbilder vorgegeben. Dadurch ergibt sich eine st\u00e4rkere Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und der Rolle, die man selbst in einer Beziehung einnehmen will. Z. B. wer geht arbeiten, wer versorgt Kinder und Haushalt? Wer wird das biologische Elternteil und wie soll die Zeugung und Elternschaft organisiert werden? <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Patchworkfamilien:<\/strong> Regenbogenfamilienzentren geben Queers die M\u00f6glichkeit, Menschen zu finden, mit denen sie eine Familie gr\u00fcnden k\u00f6nnen. Z. B. ein schwules Paar und ein lesbisches polyamores Trio zeugen \u00fcber k\u00fcnstliche Befruchtung zusammen Kinder, leben in einer WG mit den Kindern und teilen sich Ressourcen und Care-Arbeit. Durch die Besonderheit der homosexuellen Familiengr\u00fcndung k\u00f6nnen sich verschiedene Patchwork-Konstellationen ergeben, die sich in einer Beratungssitzung z. B. in einem Genogramm oder einem Polyk\u00fcl darstellen lassen. Hier braucht es auch in der systemischen Beratung und Therapie eine Reflexion der eigenen Haltung und Wertvorstellungen, um erprobte systemische Methoden zu erweitern und mit ihrer Hilfe zu erm\u00f6glichen, queere Lebenswirklichkeiten und Beziehungskonstellationen abzubilden (z. B. Erweiterung von Genogrammsymbolen f\u00fcr non-bin\u00e4re oder trans* Personen, Abbilden von Personen der Wahlfamilie).<br>Das sp\u00e4te Coming Out von Menschen, die bereits Familien haben, zieht oftmals Leidensdruck, manchmal auch Erkenntnis und psychische Entlastung aufseiten des*der heterosexuellen Partner*in nach sich; mitunter auch Ablehnung durch die eigenen Kinder und Trauer \u00fcber das bisher vermeintlich \u201efalsch\u201c gelebte Leben. Es gibt aber auch die Chance, sich selbst neu zu erfinden und im h\u00f6heren Alter die Intensit\u00e4t der ersten stimmigen Sexualit\u00e4t zu erleben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alternative Beziehungsmodelle:<\/strong> Queers sind aufgrund ihrer zwangsl\u00e4ufigen Auseinandersetzung mit der heterosexuellen Matrix auch eher dazu bereit, dar\u00fcber nachzudenken, ob alternative Beziehungsmodelle f\u00fcr sie infrage kommen. Konsensuelle Nicht-Monogamie ist ein h\u00e4ufiges Thema in der Paarberatung von lesbischen Frauen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Altersunterschied:<\/strong> Queers sind auch offener f\u00fcr Altersunterschiede in Beziehungen, weswegen es vergleichsweise h\u00e4ufiger zu Beziehungskonstellationen kommt, in denen der Unterschied in Lebens- und Beziehungserfahrung eine Rolle spielt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ausgrenzung:<\/strong> F\u00fcr Bisexuelle, f\u00fcr nicht-bin\u00e4re Personen und f\u00fcr Personen in der Transition ist ein h\u00e4ufiges Thema, ob sie sich in der lesbischen oder schwulen Community willkommen f\u00fchlen k\u00f6nnen. Wegen mehr oder weniger subtiler Ablehnung von Bisexuellen, nicht-bin\u00e4ren und trans* Personen ist leider an manchen bin\u00e4ren lesbischen bzw. schwulen Orten keine Teilhabe m\u00f6glich. Die Berliner Community und die Landesantidiskriminierungsstelle bem\u00fchen sich in den letzten Jahren<br>verst\u00e4rkt um eine \u00d6ffnung f\u00fcr Bi, Trans* und Inter*. Aber auch Homofeindlichkeit kann innerhalb der LSBTIQA*-Community auftreten. Ausschl\u00fcsse und ein Sich-nicht-willkommen-F\u00fchlen kann f\u00fcr Betroffene den Verlust einer identit\u00e4tstiftenden sozialen Bezugsgruppe bedeuten, die als Wahlfamilie wirken kann (Wolf &amp; Meyer, 2017, S. 132). Hilfreich ist es, wenn Therapeut*innen Anlaufstellen vor Ort oder in der n\u00e4chsten gr\u00f6\u00dferen Stadt f\u00fcr alle Zielgruppen kennen oder bei Bedarf recherchieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Lesbische Vorbehalte gegen\u00fcber bisexuellen Frauen:<\/strong> Bisexuelle Frauen sehen sich mit der Bef\u00fcrchtung oder Erfahrung von lesbischen Frauen konfrontiert, dass eine bisexuelle Frau sie jederzeit f\u00fcr einen Mann verlassen k\u00f6nnte, der ein h\u00f6heres Einkommen hat und ihr somit finanziell mehr bieten kann. Es kann daher f\u00fcr eine bisexuelle Frau schwieriger sein, eine Partnerin zu finden (Quelle: Beratungsklientinnen und Workshopteilnehmende von Diana B\u00f6hme).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dos und Don\u2019ts in der Arbeit mit LSBTIQA*-Personen<\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Respektieren der Geschlechtsidentit\u00e4t:<\/strong> Wie jemand aussieht und wie jemand sich pr\u00e4sentiert, l\u00e4sst keine sicheren R\u00fcckschl\u00fcsse darauf zu, wie eine Person sich geschlechtlich identifiziert und mit welchen Pronomen sie angesprochen werden m\u00f6chte (z. B. er, sie, sie_er, es oder Neopronomen wie they, why, ix oder ein Namensk\u00fcrzel). Therapeut*innen k\u00f6nnen Anerkennung, Respekt und Sicherheit vermitteln, indem sie selbstverst\u00e4ndlich die Pronomen ihrer Klient*innen erfragen oder sich mit ihren eigenen Pronomen vorstellen, z. B. \u201eMein Name ist \u2026, ich verwende die er-Pronomen\u201c.<br>Ein diskriminierungsarmer und sicherer Raum, in dem sich Klient*innen mit ihren Identit\u00e4ten und Lebensweisen zeigen k\u00f6nnen, ohne daf\u00fcr sanktioniert zu werden, erm\u00f6glicht es, sich dem eigenen Befinden zuzuwenden und erfahrene Diskriminierungen und Gewalt so  einzuordnen, dass sie Selbstachtung und Handlungsf\u00e4higkeit (wieder)erlangen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unabh\u00e4ngige Dimensionen von Geschlecht: <\/strong>Therapeut*innen sollten sich immer daran erinnern, dass die unterschiedlichen Dimensionen von Geschlecht unabh\u00e4ngig voneinander sind (Vgl. It\u2019s pronounced metrosexual: Genderbread Person).<br>Es ist unerl\u00e4sslich, sich dar\u00fcber im Klaren zu sein, was der Auftrag ist, den sie von ihren Klient*innen bekommen und auf welcher Ebene von Geschlecht dieser Auftrag liegt und ob er \u00fcberhaupt auf einer dieser Ebenen liegt. Es gibt keinen Grund, z. B. den geschlechtlichen Ausdruck einer Person im Beratungssetting zum Problem zu machen, wenn die Person das selbst nicht als zu bearbeitenden Gegenstand einbringt. Glaubenss\u00e4tze \u00fcber die Abh\u00e4ngigkeit der Dimensionen k\u00f6nnen bei den<br>Betroffenen Verwirrung und Leidensdruck hervorrufen. Z. B. \u201eIch f\u00fchle mich zum gleichen Geschlecht hingezogen, aber ich hasse Homosexuelle, ich sollte nicht homosexuell sein, ich muss im falschen K\u00f6rper sein.\u201c oder \u201eIch mochte schon immer lieber M\u00e4dchensachen, ich muss schwul sein\u201c. Anhand der Arbeit mit der Genderbread-Person k\u00f6nnen Therapeut*in- nen die Unabh\u00e4ngigkeit der Dimensionen und die flie\u00dfenden \u00dcberg\u00e4nge zwischen den Merkmalsauspr\u00e4gungen erkl\u00e4ren und so den Druck reduzieren, auf eine bestimmte Weise agieren zu m\u00fcssen. Therapeutinnen k\u00f6nnen auf die Selbstbezeichnung \u201equeer and questioning\u201c hinweisen, zu der Klient*innen dann Gruppen von Gleichgesinnten z. B. \u00fcber das Internet finden k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verwendung von Labels:<\/strong> Wie schon bei \u201equeer und questioning\u201c angedeutet, sind Labels M\u00f6glichkeiten, Menschen zu finden, die eine gleiche Erfahrung teilen. Sie vermitteln die Erkenntnis, mit dem eigenen Anderssein nicht allein zu sein, und geben die M\u00f6glichkeit, sich zu vernetzen und sich eine politische, d. h. \u00f6ffentlich wirkm\u00e4chtige, kollektive Stimme zu geben (Empowerment). Im pers\u00f6nlichen Kontakt mit Klient*innen sind Labels jedoch erstmal nicht von den Therapeut*innen einzubringen. Es ist sinnvoll, den Raum der Selbstexploration zun\u00e4chst offen zu halten, um m\u00f6glichst unvoreingenommen und nicht-suggestiv das Empfinden, die Erfahrungen, die Selbstwahrnehmung, die W\u00fcnsche und Vor- stellungen und die Glaubenss\u00e4tze von Klient*innen zu explorieren. Bringt der*die Klient*in selbst Labels f\u00fcr sich mit, so empfiehlt sich, nach der pers\u00f6nlichen Bedeutung dieser Labels f\u00fcr den*die Klient*in zu fragen. Ansonsten kann es sein, dass man aneinander vorbei redet, wenn sich das Verst\u00e4ndnis von Klient*in und Therapeut*in unterscheiden. Gleiches gilt f\u00fcr Labels in Bezug auf Beziehungsformen wie z. B. \u201ePolyamorie\u201c, \u201eoffene Beziehung\u201c etc.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das System einbeziehen: <\/strong>Eines der Qualit\u00e4tskriterien in der Beratung von Queers in Berlin ist nach Vorgabe des Senates von Berlin, strukturelle Diskriminierung in der Beratung anzusprechen. Das erm\u00f6glicht es, Klient*innen die (Mikro-) Aggressionen, die sie in ihrem Umfeld erfahren haben, von ihrer Person zu abstrahieren und sich rechtliche Unterst\u00fctzung sowie Unterst\u00fctzung in der Community zu holen, statt zu versuchen, den Kampf allein zu k\u00e4mpfen. Wie eine Person zu sich selbst, zu Beziehungen, zu Liebe und zu Sexualit\u00e4t steht, ist gepr\u00e4gt von den Botschaften und Erfahrungen, die sie in dem System sammelt, in dem sie aufw\u00e4chst. Das gilt f\u00fcr alle Menschen. Bei queeren Personen kommt strukturell das lebenslange st\u00e4ndige Anecken mit dem eigenen So-Sein, An- feindungen, Ausgrenzung und Diskriminierung, sowie das Ver- stecken der eigenen Liebe und des eigenen Begehrens oder der eigenen geschlechtlichen Identit\u00e4t hinzu. Daher ist das Erleben des*der Klient*in vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen zu verstehen. Die Klient*innen sollen zu einem Verst\u00e4ndnis der gesellschaftlichen Bedingungen kommen, die zu psychischer Belastung und ggf. dysfunktionalen Bew\u00e4ltigungsstrategien und Selbstentwertungsprozessen f\u00fchren k\u00f6nnen. Sie sollen unterst\u00fctzt werden, zu erwartender Ausgrenzung selbstwertsch\u00fctzend zu begegnen. Hilfreich sind daf\u00fcr die Konzepte Minderheiten-Stress-Modell und internalisierte Homo-, Bi- und Trans*feindlichkeit. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aufbau eines sozialen Netzwerkes:<\/strong> F\u00fcr die Best\u00e4rkung einer positiven Identit\u00e4t ist der Aufbau eines die sexuelle Orien- tierung und Geschlechtsidentit\u00e4t wertsch\u00e4tzenden sozialen Netzwerkes hilfreich, durch die soziale LSBTIQA*-Infrastruktur vor Ort und online.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Positive Perspektive: <\/strong>Damit all die systemische Betrachtung von Diskriminierung nicht nur frustriert, ist auch eine positive Perspektive einzubeziehen, wie es z. B. das <em>It Gets Better Project<\/em> vormacht (www.itgetsbetter.org). Was wurde bisher erreicht? Welche Gesetze sollen Queers sch\u00fctzen? Wie kann man sie einklagen? Wo sind sichere Orte offline und online? Welche laufenden Initiativen gibt es, an denen man sich beteiligen kann? Welche ehrenamtliche T\u00e4tigkeit k\u00f6nnte passen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Affirmativer Ansatz:<\/strong> F\u00fcr die beraterische und therapeutische Arbeit mit sexuellen, geschlechtlichen und k\u00f6rperlichen Minderheiten empfiehlt sich ein affirmativer Ansatz, der zun\u00e4chst f\u00fcr die Arbeit mit lesbischen, schwulen und bisexuellen Personen entwickelt wurde (Fiedler, 2006, S. 657\u2013670). Dabei stehen die Klient*innen mit ihrer subjektiven Realit\u00e4t der bisherigen Erfahrungen mit Akzeptanz oder Ablehnung im Mittelpunkt, um Perspektiven f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Umgang damit zu entwickeln. Dies korreliert mit einer systemischen Grundhaltung, nach der*die Klient*innen als Expert*innen f\u00fcr sich und ihre Lebensgestaltung gesehen und  anerkannt werden. Systemische Berater*innen und Therapeut*innen widerum sind Expert*innen f\u00fcr Beobachtungen und f\u00fcr die Wechselwirkungen, die zwischen K\u00f6rper, Psyche und sozialem System entstehen. Ihnen steht als systemisches Handwerkszeug eine Beobachtung 2. Ordnung zur Verf\u00fcgung (Todesco, 2023). Es geht darum, dass Therapeut*innen die eigenen Beobachtungen zu LSBTIQA*-Themen reflektieren und in Bezug auf sexuelle, geschlechtliche und k\u00f6rperliche Identit\u00e4ten \u201etote Winkel\u201c ausleuchten. Also auch, auf welche Weise gesellschaftliche Konstruktionen von Geschlecht durch Strukturen von Macht und Privilegierung gepr\u00e4gt sind, die sich auch in beraterischen und therapeutischen Settings fortsetzen, z. B. durch \u00fcbergriffige Fragen, Verbesonderungen, Vers\u00e4mtlichungen oder das Nicht-Ernst-Nehmen von LSBTIQA*-Klient*innen. Berater*innen und Therapeut*innen k\u00f6nnen die Selbstbestimmung ihrer Klient*innen unterst\u00fctzen, indem sie sich auseinandersetzen mit ihrer eigenen Geschlechtsidentit\u00e4t, -entwicklung und Geschlechterrolle, die Geschlechtsidentit\u00e4t einer Person akzeptieren, ihre fachliche Expertise zu LSBTIQA*- Themen erweitern und sich dazu mit Fachverb\u00e4nden und\/oder Menschen aus der LSBTIQA*-Community austauschen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alternative Beziehungsmodelle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur queere Menschen stellen sich die Frage, ob ein nicht monogames Beziehungsmodell f\u00fcr sie m\u00f6glich und erstrebenswert ist. Auch heterosexuelle Menschen \u00fcberlegen immer \u00f6fter, ob und wie sie die Monogamie verlassen. Neu ist hierbei die Frage nach dem Einverst\u00e4ndnis aller beteiligter Personen (engl. consent). Das Aufkommen des Wunsches nach Einverst\u00e4ndnis statt Betrug f\u00fchrte zum Konzept der konsensuellen Nicht-Monogamie. Hierbei grenzt sich die konsensuelle Nicht-Monogamie-Szene von Aff\u00e4ren und jeder Form von Betrug ab und Kommunikation und das Wissen und Einverst\u00e4ndnis aller Beziehungspartner*innen bilden die Basis. Es gibt verschiedene Formen der konsensuellen Nicht-Monogamie z. B. Polyamorie. Sie erlaubt romantische und sexuelle Mehrfachbeziehungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer mit polyamoren Menschen arbeiten m\u00f6chte, kann sich am Methodenkoffer dieses Artikels bedienen und am beschriebenen Erleben von LSBTIQA*-Personen, da Menschen, die Mehrfachbeziehungen offen oder versteckt leben, oft vor gleichen oder vergleichbaren Herausforderungen stehen. Ebenso ist es ratsam, dieselbe offene und diskriminierungssensible Haltung gegen\u00fcber polyamoren Klientinnen einzunehmen, wie gegen\u00fcber queeren Personen. Diese Haltung hilft beim Beziehungsaufbau zwischen Therapeut*in und der oder den polyamoren Person\/en.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Basiswissen und Wissensaufbau f\u00fcr Therapeut*innen <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wie bei LSBTIQA*-Klientinnen auch, hilft es bei der Arbeit mit polyamoren Personen, Basiswissen \u00fcber Polyamorie zu haben, wie z. B., dass polyamore Beziehungen langfristig und gesund sein k\u00f6nnen. Wer noch keinem stabilen polyamoren Beziehungsnetz aus mehreren Personen begegnet ist, tut sich mit dieser Vorstellung vielleicht schwer. Kontakt zur polyamoren Community, Podcasts (z. B. \u201eMono, Poly &amp; Co\u201c von Sonja J\u00fcngling), aufkl\u00e4rende Workshops (z. B. vom Expertinnen-Netzwerk Polyamorie von Annika Ackermann und Leonie Henning) und polyfreundliche Literatur, wie z. B. Martha Kauppi \u201ePolyamory: A clinical toolkit for therapists (and their clients)\u201c, k\u00f6nnen helfen, eigene Vorurteile zu erkennen, zu reflektieren sowie offene Fragen zu beantworten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><br>Die Autor*innen dieses Artikels haben einen Ansatz gew\u00e4hlt, beratendes und therapeutisches systemisches Arbeiten zu den Themen Beziehung, Sexualit\u00e4t und Partner*innenschaft an Hand von Praxiserfahrungen aus der Arbeit mit LSBTIQA*- Personen darzustellen. Aus Anlass von systemischer Praxis werden diese Erfahrungen in den soziokulturellen Kontext der b\u00fcrgerlichen Familie gestellt und theoretisch begr\u00fcndet. Die theoriegeleitete Reflexion von Praxiserfahrungen erm\u00f6glicht die Erweiterung von beraterischen und therapeutischen Kompetenzen in Bezug auf Wissen (Sachkompetenz), Kommunikationsf\u00e4higkeiten (Sozialkompetenz), Handlungsf\u00e4higkeit (Methodenkompetenz) und die Reflexion der eigenen Werte und Normen hinsichtlich Beziehung, Sexualit\u00e4t und Partner*innenschaft (Selbstkompetenz) (Vgl. Schmauch, 2020).<br>Eine systemische Haltung, die f\u00fcr Beratungs- und Therapieprozesse mit Paaren und anderen Beziehungskonstellationen die Beobachtung 2. Ordnung nutzt, erm\u00f6glicht es, Ausgeblendetes zur Sprache zu bringen. So kann auf der einen Seite beleuchtet werden, auf welche Weise Klient*innen ihren Sinn darin finden, Beziehungen genau so zu gestalten, wie sie es tun. Auf der anderen Seite k\u00f6nnen Therapeut*innen sich selbst dar\u00fcber aufkl\u00e4ren, wie ihre Konstruktionen von Liebe, Beziehung, Sexualit\u00e4t und Partner*innenschaft das Erleben der Klient*innen im beraterischen Setting zu einem Problem oder einer L\u00f6sung werden lassen. Im besten Fall gelingt die beraterische oder therapeutische Beziehung, in der die Beteiligten gemeinsam dem ethischen Imperativ des Konstruktivisten Heinz von Foerster folgen, nach dem es darum geht, stets so zu handeln, dass die Anzahl der Wahlm\u00f6glichkeiten gr\u00f6\u00dfer wird.<br><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Diana B\u00f6hme, Markus Chmielorz, Leonie Henning,<br>Fachgruppe Paar- und Sexualberatung der DGSF<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literaturempfehlungen und Linktipps<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Standards der Beratung und Psychotherapie<\/strong> <strong>mit LSBTIQA*-Personen <\/strong>Empfehlungen zur Beratung und Psychotherapie mit LSBTIQA*-Personen und entsprechende Fortbildungen finden sich bei Fachverb\u00e4nden, wie z. B. dem VLSP (Verband f\u00fcr lesbische, schwule, bisexuelle, trans*<em>,<\/em> intersexuelle und queere Menschen in der Psychologie), dem Bundesverband Trans*<br>(www.bundesverband-trans.de\/publikationen) oder der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen \u2013 OII Germany e. V. (www.oiigermany.org\/materialien).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fachb\u00fccher f\u00fcr Beratende und Psychotherapeut*innen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Genkova, P.\/Ringeisen, T. (Hrsg.) (2016). Handbuch Diversity Kompetenz. Band 2: Gegenstandsbereiche. Heidelberg: Springer Verlag<\/p>\n\n\n\n<p>Gold, I.\/Weinberg, E.\/Rohr, D, (2021). Das hat ja was mit mir zu tun!? Macht- und rassismuskritische Perspektiven f\u00fcr Beratung, Therapie und Supervision. Heidelberg: Carl-Auer-Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>R\u00f6sler, C.\/Br\u00f6ning, S. (Hrsg.) (2024). Paarbeziehung im 21. Jahrhundert. Psychosoziale Entwicklungen und Spannungsfelder. Stuttgart: Kohlhammer Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Schigl, B. (2018). Psychotherapie und Gender. Konzepte. Forschung. Praxis. Welche Rolle spielt die Geschlechtszugeh\u00f6rigkeit im therapeutischen Prozess? Heidelberg: Springer Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Steger, F.\/Brunner. J. (Hrsg.) (2020). Ethik in der psychotherapeutischen Praxis. Integrativ \u2013 fallorientiert \u2013 werteplural. <br>Stuttgart: Kohlhammer Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolf, G.\/Bos, S. (Hrsg.) (2023). Geschlechter und Sexualit\u00e4ten. In: Psychotherapie und Beratung. Einf\u00fchrungsband. M\u00fcnster: editition assemblage.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr die Arbeit mit kink-Klient*innen <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wolf, G. (Hrsg.) (2023). BDSM und Psychotherapie. Eine Hand- reichung auf dem Weg zum kinkrespektvollen Arbeiten. M\u00fcns- ter: edition assemblage. F\u00fcr die Arbeit mit Gefl\u00fcchteten Falch, B. (2020). Queer Refugees. Sexuelle Identit\u00e4t und repressi- ve Heteronormativit\u00e4t als Fluchtgrund. Wiesbaden: Springer Fachmedien. Systemische affirmative Ans\u00e4tze f\u00fcr die Unterst\u00fctzung von trans* Personen<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr die Arbeit mit Trans* Personen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grubner, A. (2014). Geschlecht therapieren. Andere Erz\u00e4hlungen im Kontext narrativer systemischer Therapie. Heidelberg: Carl Auer.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00fcnther, M.\/Teren, K.\/Wolf, G. (2021). Psychotherapeutische Arbeit mit trans* Personen. Handbuch f\u00fcr die Gesundheitsversorgung. M\u00fcnchen: Ernst Reinhardt Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00fcnter, M. (2015). Psychotherapeutische und beratende Arbeit mit Trans* \u2013 Erfahrung, Haltung, Hoffnung. Verhaltenstherapie &amp; psychosoziale Praxis, 47(1), S. 113\u2013124.<\/p>\n\n\n\n<p>Meyer, E. (2015). Trans*affirmative Beratung. Schwerpunkt-<br>thema: Geschlecht und Psychotherapie. Psychosozial, 38 (2),<br>S. 71\u201385.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p>Butler, J. (1991). Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt\/M.: Suhrkamp.<\/p>\n\n\n\n<p>Clarke V., Ellis, J., Peel E. &amp; Riggs D. R. (2010). Lesbian, Gay, bisexual, trans and Queer Psychology. An Introduction. Cambridge: University Press.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennert, G. (2006). Die psychische Gesundheit von Lesben und Schwulen \u2013 eine \u00dcbersicht europ\u00e4ischer Studien. Verhaltenstherapie &amp; psychosoziale Praxis, 38 (3), S. 559\u2013576.<\/p>\n\n\n\n<p>Expert*innen-Netzwerk Polyamorie f\u00fcr Beratende und Therapeut*innen (ENP). www.netzwerk-polyamorie.de; Zuletzt aufgerufen am 3.11.2024.<br>Fiedler, P. (2006). Affirmative Psychotherapie bei Lesben, Schwulen und Bisexuellen, in: Verhaltenstherapie &amp; psychosoziale Praxis 38(2006), 3, S. 657\u2013670.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00fcbscher, E. (2022). Geschlechter-Radar.<br>www.geschlechter-radar.org\/dimensionen<br>Zuletzt aufgerufen am 11.10.2024.<\/p>\n\n\n\n<p>Institute of Medicine. (2011). The Health of Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender People: Building a Foundation for Better Uderstanding. Washington, DC: The National Academies Press<\/p>\n\n\n\n<p>It\u2018s pronounced metrosexual: Genderbread Person<br>www.itspronouncedmetrosexual.com\/2018\/10\/<br>the-genderbread-person-v4; Zuletzt abgerufen am 4.10.2024.<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00fcngling, S. (2023). Mono, Poly &amp; Co. Dein Wissens-Podcast rund um Beziehungsgestaltung. https:\/\/mono-poly-co.letscast.fm\/about<br>Zuletzt abgerufen am 3.11.2024.<\/p>\n\n\n\n<p>Kauppi, M. (2021). Polyamory: A Clinical Toolkit for Therapists (and Their Clients). Lanham: Rowman &amp; Littlefield Publishers.<\/p>\n\n\n\n<p>LADS \u2013 Landesantidiskriminierungsstelle Berlins (2024). Vortragsfolien auf der Qualit\u00e4tsfortbildung \u201eSozialer Status\u201c der  Landesantidiskriminierungsstelle Berlins am 24.9.2024.<\/p>\n\n\n\n<p>Maguen, S. &amp; Shipherz, J. C. (2010). Suicide risk among transgender individuals. Psychology &amp; Sexuality, 1 (1), S. 34\u201343.<\/p>\n\n\n\n<p>Meyer, I. H. (2003). Prejudice, social stress, and mental health in lesbian, gay, and bisexual populations: Conceptual issues and research evidence. Psychological Bulletin, 129(5). S. 674\u2013697.<\/p>\n\n\n\n<p>Mazziotta, A. (2021). Anregungen f\u00fcr die Beratung von Klient*innen, die in einvernehmlich nicht monogamen Be- ziehungen leben (wollen). Verhaltenstherapie &amp; psychosoziale Praxis, 53, S. 141\u2013156. <\/p>\n\n\n\n<p>Mazziotta, A. &amp; Br\u00f6ning, S. (2024). Hilfreich oder schwierig? Erfahrungen queerer Menschen in Beratung und Therapie. Psychotherapeutenjournal, 23, S. 366\u2013379. <\/p>\n\n\n\n<p>M\u00fcller, K. (2014). \u00dcberlegungen zur LGBTI-Forschung und Menschenrechtspolitik im 21. Jahrhundert im Rekurs auf das 19. und 20. Jahrhundert. In: Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (Hg.), Forschung im Queerformat. Aktuelle Beitr\u00e4ge der LSBT*-, Queer- und Geschlechterforschung. Bielefeld: Transcript Verlag. S. 19\u201334.<\/p>\n\n\n\n<p>Robert Koch Institut (2020). M\u00c4RZ 2020 SPECIAL ISSUE 1<br>Die gesundheitliche Lage von lesbischen, schwulen, bisexuellen sowie trans- und intergeschlechtlichen Menschen In: Journal of Health Monitoring, 2020 5(S1).<br>www.rki.de\/DE\/Content\/Gesundheitsmonitoring\/JoHM\/2020\/<br>JoHM_Inhalt_20_S01.html; <br>Zuletzt aufgerufen am 11.10.2024.<\/p>\n\n\n\n<p>Rosenbaum, H. (1982). Formen der Familie. Untersuchungen zum Zusammenhang von Familienverh\u00e4ltnissen, Sozialstruktur und sozialem Wandel in der deutschen Gesellschaft des Jahrhunderts. Frankfurt\/M.: Suhrkamp.<\/p>\n\n\n\n<p>Sabisch, K. (2019). Inter*<br>https:\/\/inter-nrw.de; Zuletzt aufgerufen am 11.10.2024.<br><br>Schmauch, U. (2020). Regenbogenkompetenz in der Sozialen Arbeit, in: Timmermans, S., B\u00f6hm, M., (Hg.), Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt, Weinheim: Beltz\/Juventa, S. 308\u2013325.<\/p>\n\n\n\n<p>Simon, F. (2018). Formen. Heidelberg: Carl-Auer Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Statista Research Department (2024). Delikte gegen die sexuelle Orientierung in Deutschland nach Bereichen bis 2023<br>https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/870103\/umfrage\/<br>polizeilich-erfasste-delikte-gegen-die-sexuelle-orientierung-in-<br>deutschland-nach-bereichen<br>Zuletzt aufgerufen am 22.11.2024.<\/p>\n\n\n\n<p>Todesco, R. (2023). Beobachtung 2. Ordnung<br>www.hyperkommunikation.ch\/lexikon\/beobachtung_2_ordnung.htm<br>Zuletzt aufgerufen am 11.10.2024.<\/p>\n\n\n\n<p>Warner, M. (1991). Introduction: Fear of a queer planet. Social Text, 29, S. 3\u201317.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolf, E. C. M. &amp; Dew, B. J. (2012). Understanding Risk Factors Contributing to Substance Use Amonf MTF Transgender Persons. Journal of LGBT Issues in Counseling. 6, S. 237\u2013256.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolf, G. (2015). Substanzgebrauch bei lesbischen und bisexuellen Frauen. Verhaltenstherapie und Psychosoziale Praxis, 47(1), S. 101\u2013112.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolf, G., F\u00fcnfgeld, M., Oehler, R. &amp; Andrae, S. (2015). Empfehlungen zur Psychotherapie und Beratung mit lesbischen, schwulen und bisexuellen Klient_innen. Verhaltenstherapie &amp; psychosoziale Praxis, 47. Jg. (1), S. 21\u201348.<\/p>\n\n\n\n<p>Wolf, G. &amp; Meyer, E. (2017). Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentit\u00e4t \u2013 (k)ein Thema f\u00fcr die Psychotherapie?<br>Psychotherapeutenjournal 2017\/2, S. 130\u2013139.<\/p>\n\n\n\n<p>World Medical Association (2015). WMA Statement on Transgender People. Adopted by the 66th General Assembly, Moscow, Russia, Octobre 2015, <br>www.wma.net\/what-we-do\/human-rights\/lgbt<br>Zuletzt aufgerufen am 22.11.2024.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autor*innen: Diana B\u00f6hme, Mar*kus Chmielorz und Leonie Henning erschienen in VPP aktuell Heft 67 S. 10-17 Systemische Beratung bezieht die soziale Vernetztheit des Menschen ein. 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